Sobald die ersten frostigen Tage kommen, denken die meisten an warme Jacken und Handschuhe. Was dabei oft vergessen wird: Man sollte unbedingt die Ohren vor Kälte schützen, denn unsere Ohren sind eigentlich ziemlich hilflos der Kälte ausgeliefert. Die dünne Haut an den Ohrmuscheln hat praktisch keinen natürlichen Schutz – und das rächt sich schnell. Kälteschmerzen sind noch das harmloseste Problem. Viel schlimmer wird’s, wenn sich durch die schlechte Durchblutung Bakterien und Viren breitmachen können. Ehrlich gesagt unterschätzen viele, wie schnell aus kalten Ohren richtig ernste Probleme werden können. Während eine warme Mütze schon mal ein guter Anfang ist, gibt’s leider auch jede Menge gut gemeinte Ratschläge, die eher schaden als nützen. Watte in die Ohren stopfen zum Beispiel – macht’s nur schlimmer.

Warum die Kälte unseren Ohren so zusetzt

Das Problem liegt schon im Aufbau unserer Ohren. Die Ohrmuschel hat praktisch kein Fettgewebe, das vor Kälte schützen könnte. Schon bei wenigen Grad unter null stockt die Durchblutung ordentlich – das bestätigen auch HNO-Ärzte immer wieder. Und wenn weniger warmes Blut durch die feinen Äderchen fließt, haben Krankheitserreger leichtes Spiel.

Die körpereigene Abwehr funktioniert dann einfach nicht mehr richtig. Mittelohrentzündungen sind da noch das geringste Übel – wobei die auch schon richtig unangenehm werden können. Bei starkem Wind und Feuchtigkeit wird’s richtig kritisch. Da können sogar Erfrierungen entstehen, mit Blasen und allem was dazugehört. Im schlimmsten Fall bleiben dauerhafte Schäden zurück. Was viele nicht wissen: Die Nervenenden in der Ohrmuschel reagieren bei Kälte besonders empfindlich. Das verstärkt das ganze Problem noch zusätzlich. Die anatomische Struktur der Ohren macht es besonders wichtig, die Ohren vor Kälte zu schützen, da sie keine natürliche Isolierung besitzen.

Woran Sie merken, dass was nicht stimmt

Kälteschmerzen sind meist das erste Warnsignal – und das sollte man ernst nehmen. Wenn die Ohren anfangen zu schmerzen oder überempfindlich werden, ist das kein Spaß mehr. Hierzulande sehen HNO-Praxen im Winter deutlich mehr Patienten mit Nebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen. Kein Zufall – die Kälte macht die Schleimhäute anfälliger für Infekte.

Besonders aufpassen müssen Kinder und ältere Menschen. Kinder frieren schneller, weil ihr Körper einfach anders gebaut ist. Bei älteren Menschen ist oft die Durchblutung nicht mehr so gut. Wer sowieso schon Probleme mit den Ohren oder der Nase hat, sollte besonders vorsichtig sein. Übrigens kann auch Lärm zusätzlich schaden – beim Schneeschippen mit dem lauten Schneefräsen zum Beispiel. Das belastet die Ohren doppelt: Kälte plus Krach. Manch einer merkt erst später, dass das Gehör gelitten hat. Taubheitsgefühle in den Ohrläppchen sind ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Durchblutung bereits beeinträchtigt ist. Rötungen oder Schwellungen können ebenfalls auf Kälteschäden hindeuten.

So können Sie die Ohren vor Kälte schützen

Eine warme Mütze ist schon mal die halbe Miete. Stirnbänder funktionieren auch gut, besonders wenn man nicht den ganzen Kopf einpacken will. Allerdings sollte das Material stimmen: Merinowolle oder gutes Fleece regulieren die Feuchtigkeit und halten trotzdem warm. Baumwolle wird dagegen schnell feucht und kalt.

Nach dem Duschen oder Schwimmen sollten die Ohren auf jeden Fall trocken sein, bevor’s raus in die Kälte geht. Nasse Ohren kühlen noch schneller aus. Was viele nicht bedenken: Ohrringe aus Metall können zum Problem werden. Metall leitet Kälte richtig gut – da können die Ohrläppchen schnell mal anfrieren. Bei extremen Temperaturen lieber mal auf den Schmuck verzichten.

Spezielle Ohrenwärmer gibt’s inzwischen auch – die sehen zwar manchmal etwas gewöhnungsbedürftig aus, funktionieren aber gut. Wichtig ist, dass das Material atmungsaktiv bleibt. Sonst staut sich die Feuchtigkeit, und das kann genauso problematisch werden. Kapuzen mit Fellkragen bieten zusätzlichen Windschutz und sind besonders bei längeren Aufenthalten im Freien zu empfehlen. Wer regelmäßig Sport im Freien treibt, sollte in hochwertige Funktionsmaterialien investieren, die speziell für niedrige Temperaturen entwickelt wurden.

Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden

Watte in die Ohren – das machen überraschend viele. Ist aber eine richtig schlechte Idee, warnen HNO-Ärzte immer wieder. Watte schützt kaum vor Kälte, stört aber die natürliche Belüftung des Gehörgangs. Das führt zu einem feuchtwarmen Klima, in dem sich Bakterien wohlfühlen.

Auch beim Naseputzen kann man einiges falsch machen. Beide Nasenlöcher gleichzeitig zuzuhalten und dann kräftig schnäuzen – das drückt den ganzen Schleim Richtung Ohren. Besser immer nur ein Nasenloch zuhalten und sanft schnäuzen. Klingt banal, aber viele machen’s trotzdem verkehrt.

Apropos Lärm: Wenn eh schon kalter Wind um die Ohren pfeift, sollte man zusätzlichen Krach vermeiden. Oder wenigstens Gehörschutz tragen. Das gilt besonders bei Arbeiten im Freien – Schneefräsen, Holz sägen und so weiter. Ein weiterer Fehler ist es, die Ohren zu stark zu erwärmen, wenn sie bereits auskühlt sind. Plötzliche Temperaturwechsel können die Durchblutung zusätzlich belasten. Besser ist es, die Ohren langsam und schonend wieder aufzuwärmen.

Langfristig gesunde Ohren – auch im Winter

Mit ein bisschen Aufmerksamkeit lassen sich die meisten Winterprobleme an den Ohren vermeiden. Saubere, trockene Ohren sind schon mal eine gute Basis. Dazu noch vernünftiger Schutz vor Kälte und Wind – mehr braucht’s eigentlich nicht. Wer konsequent darauf achtet, seine Ohren vor Kälte zu schützen, kann Entzündungen und anderen Problemen erfolgreich vorbeugen.

Allerdings sollte man bei anhaltenden Beschwerden nicht zu lange warten. Was anfangs nur wie harmlose Kälteschmerzen aussieht, kann sich schnell zu einer ernsten Entzündung entwickeln. Bundesweit sehen Ärzte in den Wintermonaten deutlich mehr Ohrprobleme – viele davon wären vermeidbar gewesen. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen kann man die kalte Jahreszeit aber durchaus genießen, ohne dass die Ohren leiden müssen. Bei hartnäckigen Problemen gilt: Lieber einmal zu oft zum Arzt als einmal zu wenig. Regelmäßige Kontrollen beim HNO-Arzt können dabei helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, bevor sie chronisch werden.

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